Vierwöchiges Auslandspraktikum in Dänemark

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Nr.023  | 04.07.2017  | FSA  | Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes MV "Johann Heinrich von Thünen" Güstrow-Bockhorst

Aufgeschlossen für alles Neue, so startete Luka Backhus (Bild rechts) Schüler der SGA 51, Anfang Mai in sein Auslandspraktikum in Videbaek, Westjütland. Seine Hoffnung, neue Erfahrungen zu sammeln, wurde nicht enttäuscht: Nach einem herzlichen Empfang auf dem Milchviehbetrieb Carsten Lindberg mit 300 melkenden Kühen, führte ihn sein junger Chef sehr schnell an neue Technik heran. Luka war für das Einstreuen, das Füttern und die Nachzucht zuständig, half auch beim Melken während der Frühschicht und am Wochenende.
Neben der Arbeit bestand die Möglichkeit, einen Kartoffelbaubetrieb und eine große Sauenanlage in der näheren Umgebung zu besichtigen. Auch ein Besuch der Green Academy Aarhus, der dortigen Landwirtschafts- und Gartenbauschule und ein Ausflug nach Skagen wurden organisiert. Die Kommunikation mit den dänischen und rumänischen Mitarbeitern des Hofes fand auf Englisch statt, sodass ständig für sprachliches Training und interkulturellen Austausch gesorgt war. „Es gab immer viel zu tun und man durfte die Arbeit nicht scheuen, aber ich kann ein solches Auslandspraktikum uneingeschränkt weiterempfehlen“, so Lukas Fazit.

Fragen an Luka Backhus, Schüler der SGA 51, der im Mai 2017 ein vierwöchiges Praktikum in Dänemark absolvierte:

Hallo Luka, Sie sind vor kurzem wieder aus Dänemark zurückgekehrt, wie haben Sie überhaupt von der Möglichkeit eines landwirtschaftlichen Auslandspraktikums erfahren?
Zu Beginn eines jeden Schuljahres gibt es eine Informationsveranstaltung der Schule in Zusammenarbeit mit dem BilSE-Institut, Güstrow. Dort wird über Auslandspraktika und entsprechende Fördermöglichkeiten durch das Land und die EU informiert.

Und wie geht es dann weiter?
Dann muss etwas „Papierkram“ erledigt werden, also: Bewerbungsbogen ausfüllen, Lebenslauf und Motivationsschreiben verfassen. Ist aber halb so schlimm, weil es Unterstützung von Seiten der Schule und durch das BilSE-Institut gibt. Auch eine Befürwortung durch den Betrieb und die Schulleitung müssen beigebracht werden. Aus einem Pool von Partnerländern kann man sich dann ein Land und einen Betriebstyp wählen; der Kontakt zum künftigen Praktikumsbetrieb wird durch den Bildungsträger hergestellt.

Wie sieht es mit den Finanzen aus?
Das Praktikum wird finanziell unterstützt durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, das heißt vom Land, und durch das ERASMUS+-Programm, das heißt durch die EU. Eine hundertprozentige Förderung gibt es allerdings nicht. Man benötigt auch Eigenmittel für die Dinge des täglichen Bedarfs.

Wie funktioniert die Betreuung vor Ort?
Neben meinem Chef auf dem Hof gab es einen externen Betreuer, zu dem ich mit allen Fragen oder eventuellen Problemen kommen konnte. Bei größeren Schwierigkeiten hätte ich natürlich auch meine Ansprechpartner in Güstrow kontaktieren können.

Wie sah die Unterbringung und Verpflegung aus?
Die dänischen Mitarbeiter und ich hatten unsere Zimmer auf dem Hofgelände im ehemaligen Bauernhaus; die rumänischen Mitarbeiter wohnten zur Miete im Nachbarbetrieb. Für Frühstück wurde gesorgt. Eine generelle Versorgung gab es allerdings nicht. Abends kochte häufig die rumänische Mitarbeiterin, sodass ich gleichzeitig Einblicke in die dänische und rumänische Küche bekam.

Gab es etwas, das Ihnen nicht gefiel?
Die dänischen Mitarbeiter unterhielten sich anfangs oft in ihrer Muttersprache, auch wenn ich dabeistand. Da fühlte ich mich ausgeschlossen. Nach einem Gespräch mit meinem externen Betreuer verbesserte sich die Situation jedoch.

Was gefiel Ihnen am besten?
Die Dänen sind generell aufgeschlossen. Mein 30-jähriger Chef brachte mir schnell großes Vertrauen entgegen, was sich unter anderem darin zeigte, dass er mich nach kurzer Einweisung den nagelneuen Futtermischwagen fahren ließ. Auch die Möglichkeit, weitere Betriebe in der Umgebung und die landwirtschaftliche Schule in Aarhus zu besichtigen, fand ich toll.

Können Sie ein solches Praktikum weiterempfehlen?
Unbedingt. Schon während meiner Berufsausbildung verbrachte ich einige Zeit in Kanada, wo ich feststellte, wie bereichernd es ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich möchte jeden ermutigen, Neues kennenzulernen. Außerdem machen sich Auslandsaufenthalte immer gut in der Bewerbungsmappe. Am Ende der Praktikumstätigkeit gibt es als Nachweis den „Europass Mobilität“ und eine Teilnahmebestätigung.

Herzlichen Dank, Luka, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch genommen haben.